Der Ruf des Wassers in der Geislinger Stadtbücherei

„Ich kann doch lesen!“- Diese überraschende Erkenntnis hatte die Autorin Tanya Stewner nach den ersten Wochen an der weiterführenden Schule und die Liebe zum Lesen und Schreiben von Büchern nahm ihren Lauf.

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„Zuvor waren die Wörter immer vor meinen Augen verschwommen und ich dachte, ich sei dumm“, gestand die erfolgreiche Schriftstellerin den erstaunten Fünftklässlern und Fünftklässlerinnen des Helfenstein-Gymnasiums. Mit den Schilderungen ihrer zunächst von Stolpersteinen geprägten Schulzeit gewann Tanya Stewner bei ihrer Lesung am Dienstagmorgen, den 29. November, in der Stadtbücherei Geislingen schnell die Aufmerksamkeit der Schüler und Schülerinnen. Diesem wichtigen Moment in ihrem Leben folgte der Wunsch selber zu schreiben, was sie bereits mit zehn Jahren in die Tat umsetzte. Ermutigt von ihrer Schwester, die heute noch die wichtigste Probe-Leserin ist, setzte sie ihrer Schriftstellerkarriere über die erste vierseitige Geschichte fort. Von Liliane Susewind sind inzwischen zehn Bände erschienen. Bei der Lesung am Dienstag stand aber eine andere Heldin aus Stewners Werken im Vordergrund: Alea Aquarius, ein ungewöhnliches Mädchen, das immer Handschuhe trägt, um die Knubbel zwischen ihren Fingern zu verstecken. Als wäre das nicht genug. Sie glaubt auch noch unter einer Kaltwasserallergie zu leiden, weshalb sie nicht mit kaltem Wasser in Berührung kommen darf. Durch Zufall trifft sie am Elbufer auf die Bande der Alpha Cru, eine bis dahin dreiköpfige Bande, die mit einem Segelboot über die Meere schippert. Die Abenteurer wählen ihr nächstes Ziel mithilfe einer Dartscheibe und einer Weltkarte aus – da muss Alea einfach mitreisen. Wäre nur nicht die Tücke des Wassers. Doch nachdem sie es auf das Boot geschafft hat, fühlt sie sich zwischen den ausgeflippten Gestalten sehr wohl und verdrängt den Gedanken an die Gefahr. Aber dann gibt es eine Sturmwarnung mit unerwarteten Folgen…

Den grünen Schimmer auf Aleas Haut nach der Berührung mit dem Wasser hatten alle Zuhörenden noch vor ihrem geistigen Auge, als sie den Rückweg zum HeGy antraten. Tanya Stewer hat mit ihrer eindrucksvollen Vorstellung einen Platz auf dem weihnachtlichen Wunschzettel sicher und ihre Werke sind auch in der Stadt- und Schülerbücherei sehr begehrt.